Allgemeine Informationen für Erwachsene. Keine individuelle Behandlung, Diagnose oder Dosierungsempfehlung. Fragen zu Arzneimitteln, möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen gehören in eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.
In Deutschland ist Liraglutid in der Wirkstärke 3,0 mg für Erwachsene als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Gewichtsregulierung zugelassen, wenn sie bestimmte BMI- und Gesundheitskriterien erfüllen. Es ergänzt eine kalorienreduzierte Ernährung und mehr Bewegung und wird täglich gespritzt. In Studien verloren Teilnehmende mit Liraglutid im Durchschnitt mehr Gewicht als mit Placebo, also einer Behandlung ohne Wirkstoff.
Der durchschnittliche Gewichtsverlust sagt nicht voraus, wie viel eine einzelne Person abnimmt. Für die Entscheidung sind auch Nebenwirkungen, die tägliche Anwendung und die Regel wichtig, wann die Behandlung beendet wird. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Behandlung zur Gewichtsreduktion in Deutschland nicht.
Für wen Liraglutid zugelassen ist
Die EU-Zulassung für Saxenda mit Liraglutid 3,0 mg gilt für Erwachsene mit einem anfänglichen Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30 kg/m². Auch Erwachsene mit einem BMI ab 27 und unter 30 kg/m² kommen infrage, wenn sie mindestens eine gewichtsbezogene Begleiterkrankung haben. Dazu zählen etwa Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder obstruktive Schlafapnoe.
Der BMI berechnet sich, indem man das Gewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat teilt. Er ist ein Kriterium der Zulassung, ersetzt aber keine ärztliche Einschätzung. Liraglutid ist als Ergänzung zu Ernährung und körperlicher Aktivität zugelassen. Es ist ein Arzneimittel, kein Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.
Liraglutid gehört zu den GLP-1-Rezeptoragonisten. Diese Wirkstoffe ahmen die Wirkung eines körpereigenen Botenstoffs nach. Bei der Gewichtsregulierung soll Liraglutid das Sättigungsgefühl erhöhen und Hunger sowie Essverlangen verringern. Für die Gewichtsbehandlung wird die Dosis schrittweise gesteigert; die zugelassene Erhaltungsdosis für Erwachsene beträgt 3,0 mg einmal täglich.

Wie viel Gewicht Liraglutid in Studien senkt
In der 56 Wochen dauernden SCALE-Studie mit Erwachsenen ohne Typ-2-Diabetes verloren die Teilnehmenden unter Liraglutid im Mittel 8,0 Prozent ihres Ausgangsgewichts, entsprechend 8,4 kg. Unter Placebo, also einer Injektion ohne Wirkstoff, waren es 2,6 Prozent beziehungsweise 2,8 kg. Mindestens 5 Prozent Gewichtsverlust erreichten 63,2 Prozent der Liraglutid-Gruppe und 27,1 Prozent der Placebo-Gruppe.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur fasst fünf Hauptstudien mit Erwachsenen zusammen. Über diese Studien hinweg betrug der mittlere Gewichtsverlust 7,5 Prozent mit Liraglutid und 2,3 Prozent mit Placebo. Die Zahlen unterscheiden sich von denen der einzelnen SCALE-Studie, weil die Zusammenfassung mehrere Studien einbezieht. In einer Auswertung, die Studienabbrüche als fehlenden Behandlungserfolg wertete, fielen die Gewichtsverluste geringer aus.
Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zeigte eine separate 56-Wochen-Studie einen mittleren Gewichtsverlust von 6,0 Prozent unter Liraglutid und 2,0 Prozent unter Placebo. Diese Werte lassen sich nicht direkt mit der Studie ohne Diabetes vergleichen, weil sich die untersuchten Gruppen und ihre Ausgangsbedingungen unterschieden.
Ein direkter Vergleich mit Semaglutid stammt aus der STEP-8-Studie: Über 68 Wochen betrug der mittlere Gewichtsverlust bei Erwachsenen ohne Diabetes 6,4 Prozent mit Liraglutid und 15,8 Prozent mit Semaglutid. Die Studie war vergleichsweise klein und wurde in den USA durchgeführt. Zudem wurden die Wirkstoffgruppen offen verglichen. Ihr Ergebnis beschreibt den Durchschnitt dieser Studiengruppe und sagt nicht voraus, wie eine einzelne Person auf eines der Medikamente anspricht.
Wann Liraglutid abgesetzt werden soll
Für Erwachsene gilt: Wenn nach zwölf Wochen mit der Erhaltungsdosis von 3,0 mg täglich nicht mindestens 5 Prozent des ursprünglichen Körpergewichts verloren wurden, soll die Behandlung beendet werden. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt soll außerdem mindestens einmal jährlich prüfen, ob eine Fortsetzung noch sinnvoll ist.
Bei der Entscheidung über die Fortsetzung berücksichtigt die Ärztin oder der Arzt neben dem durchschnittlichen Gewichtsverlust in einer Studie auch Beschwerden, Begleiterkrankungen und die persönliche Behandlungssituation.
Nebenwirkungen und Warnhinweise
Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen. Laut den in der EU-Produktinformation zusammengefassten Studien traten sie bei 67,9 Prozent der Erwachsenen auf. Zu den Beschwerden gehören Übelkeit und Erbrechen; auch Durchfall und Verstopfung zählen dazu. Viele Beschwerden waren vorübergehend und traten besonders in den ersten Behandlungswochen auf. In der zentralen 56-Wochen-Studie brachen 9,9 Prozent der Teilnehmenden unter Liraglutid wegen unerwünschter Ereignisse ab, gegenüber 3,8 Prozent unter Placebo.
Unter Liraglutid wurden außerdem häufiger Gallensteine und Gallenblasenentzündungen beobachtet. In einer Auswertung der großen SCALE-Studie betrafen gallenblasenbezogene Ereignisse 2,5 Prozent der Liraglutid-Gruppe und 1,0 Prozent der Placebo-Gruppe. Ein stärkerer Gewichtsverlust erklärt einen Teil des erhöhten Risikos, aber nicht den gesamten Unterschied.
Auch eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse wurde bei GLP-1-Rezeptoragonisten beobachtet. Bei Verdacht soll Liraglutid abgesetzt werden; bei bestätigter akuter Pankreatitis soll die Behandlung nicht wieder begonnen werden. Das ist ein Warnhinweis und bedeutet nicht, dass jede Bauchbeschwerde eine Bauchspeicheldrüsenentzündung anzeigt.
Die EU-Produktinformation nennt zudem einen durchschnittlichen Anstieg der Herzfrequenz um etwa 2,5 Schläge pro Minute in klinischen Studien. Bei anhaltend klinisch relevant erhöhter Ruheherzfrequenz soll die Behandlung beendet werden. Erbrechen und Durchfall können Flüssigkeitsmangel verursachen, deshalb ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Während einer Schwangerschaft und Stillzeit soll Saxenda nicht angewendet werden; tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, soll Liraglutid abgesetzt werden.

Zulassung und Kostenübernahme
Mit einer EU-Zulassung darf ein Arzneimittel unter den festgelegten Bedingungen eingesetzt werden. Die Zulassung bedeutet nicht automatisch, dass die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten übernimmt. Der Gemeinsame Bundesausschuss führt Liraglutid beziehungsweise Saxenda zur Gewichtsreduktion als von der Versorgung ausgeschlossen. Für private Versicherungen lässt sich daraus keine einheitliche Erstattungsregel ableiten.
Vor der Behandlung sollten Sie direkt bei Ihrer Versicherung klären, ob sie die Kosten übernimmt und welche Kosten für Sie anfallen. Verschreibung durch eine Ärztin oder einen Arzt, Erfüllung der BMI-Kriterien und Kostenübernahme durch die Versicherung sind drei getrennte Fragen.
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