Allgemeine Informationen für Erwachsene. Keine individuelle Behandlung, Diagnose oder Dosierungsempfehlung. Fragen zu Arzneimitteln, möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen gehören in eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.
Bei Nahrungsergänzungsmitteln bezeichnet die Tagesportion die Menge, die laut Packung täglich vorgesehen ist. Sie kann aus mehreren Tabletten, Kapseln, Messlöffeln oder Tropfen bestehen. Die angegebene Nährstoffmenge gilt für die gesamte Tagesportion, sofern die Packung sie nicht ausdrücklich pro Einheit ausweist.
Die Tagesportion entspricht weder automatisch deinem persönlichen Bedarf noch einer ärztlich verordneten Dosis. Bei Arzneimitteln gelten die Dosierungsangaben in der aktuellen Packungsbeilage und gegebenenfalls die Anweisung der verschreibenden Person. Entscheidend ist, ob du ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein Arzneimittel verwendest.
Tagesportion zuerst prüfen
Auf einem Nahrungsergänzungsmittel muss die empfohlene tägliche Verzehrsmenge stehen. Außerdem muss die Packung darauf hinweisen, diese Menge nicht zu überschreiten, das Produkt nicht als Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung zu verwenden und es außerhalb der Reichweite kleiner Kinder aufzubewahren. Die Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen erfassten Stoffen beziehen sich auf die empfohlene Tagesportion.
Steht dort „Tagesportion: zwei Kapseln“, zählt die Nährstoffmenge pro Tagesportion für beide Kapseln zusammen. Ist die Menge dagegen pro Kapsel angegeben, musst du sie für die empfohlene Tagesmenge entsprechend zusammenrechnen. Prüfe außerdem, ob die Packung die Menge pro Einnahme oder für den ganzen Tag nennt. Bei mehreren Einnahmen am Tag addierst du die Mengen für den Tagesvergleich.
Werbung und große Zahlen auf der Packung können davon ablenken. Prüfe deshalb zuerst die Verzehrempfehlung und dann, worauf sich die Nährstoffangabe bezieht.

Prozentwerte richtig verstehen
Bei Vitaminen und Mineralstoffen kann die Packung neben einer Menge auch einen Prozentwert nennen, zum Beispiel „100 %“. Dieser Wert vergleicht die Menge in der angegebenen Portion mit einem EU-Referenzwert für die Kennzeichnung. Er sagt für sich genommen nicht, wie viel du persönlich brauchst oder wie viel du insgesamt über Lebensmittel, angereicherte Produkte und weitere Präparate aufnimmst.
Ein Prozentwert ist auch keine Behandlungsdosis und keine Sicherheitsgrenze. Eine höhere Prozentzahl belegt keinen größeren Nutzen. Lies deshalb immer die konkrete Menge und prüfe, ob der Prozentwert für eine Tablette oder die vollständige Tagesportion gilt.
Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel?
An der Form erkennst du nicht, ob ein Produkt ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein Arzneimittel ist. Tabletten, Kapseln, Pulver und Tropfen gibt es sowohl als Nahrungsergänzungsmittel als auch als Arzneimittel. Prüfe die Kennzeichnung und bei Arzneimitteln die Packungsbeilage.
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel. In Deutschland müssen sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt werden. Die Anzeige ist keine Zulassung als Arzneimittel. Sie bestätigt auch nicht, dass Wirksamkeit und Sicherheit des Produkts vor dem Verkauf so geprüft wurden wie bei einem Arzneimittel. Für die Sicherheit ist in erster Linie der Lebensmittelunternehmer verantwortlich; die Behörden kontrollieren Produkte im Rahmen der Lebensmittelüberwachung.
Arzneimittel benötigen dagegen eine Zulassung durch die zuständige deutsche oder europäische Behörde. Für ihre Anwendung gelten die Angaben zum jeweiligen Produkt in der Packungsbeilage und, falls es verschrieben wurde, die ärztliche Dosierung. Wenn du ein Präparat zur Behandlung einer Erkrankung einnimmst, klär die Einnahme mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker. Das gilt auch, wenn du eine hohe Menge erwägst oder mehrere Produkte mit demselben Nährstoff kombinierst.
Mengen aus allen Quellen betrachten
Die Tagesportion eines einzelnen Nahrungsergänzungsmittels zeigt nicht deine gesamte Aufnahme. Für eine Einordnung zählen auch andere Präparate, angereicherte Lebensmittel und die normale Ernährung. Das ist besonders wichtig, wenn mehrere Produkte denselben Nährstoff enthalten.
Für Vitamin D legte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2023 für Erwachsene eine tolerierbare obere Aufnahmemenge fest. Das ist eine Sicherheitsgrenze für die tägliche Gesamtaufnahme und liegt bei 100 Mikrogramm. Dieser Wert bezieht sich auf eine dauerhaft hohe Gesamtaufnahme aus allen Quellen. Er ist eine Sicherheitsorientierung für die Bevölkerung, keine Zielmenge und keine Empfehlung, täglich ein Vitamin-D-Präparat einzunehmen.
Eine weitere EFSA-Auswertung betrachtete die Portionsmengen, die auf den Packungen von Vitamin-D-Präparaten angegeben waren. Die Präparate wurden zwischen November 2017 und November 2022 in 24 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen erfasst. Bei Produkten mit vollständigen Portionsangaben lag der Median, also der mittlere Wert der Angaben, bei 10 Mikrogramm pro Portion. 0,1 Prozent der erfassten Produkte gaben mehr als 100 Mikrogramm pro Portion an. Die Zahlen stammen aus einer länderübergreifenden Auswertung von Packungsangaben und zeigen weder die tatsächlichen Inhaltsstoffe jeder Packung noch speziell den deutschen Markt.

Sicherheitswerte sind keine Verzehrempfehlung
Die EFSA-Obergrenze und die Höchstmengenvorschläge des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) beantworten andere Fragen als die Packungsangabe. Die Tagesportion beschreibt die Menge, die der Hersteller für den täglichen Verzehr empfiehlt. Ein Sicherheitswert beurteilt dagegen, ab welcher Gesamtaufnahme bei dauerhafter Zufuhr gesundheitliche Risiken relevant werden können.
Für Vitamin B₆ empfahl das BfR 2024 einen Höchstwert von 0,9 Milligramm je empfohlener Tagesportion eines Nahrungsergänzungsmittels. Dieser Wert ist ein wissenschaftlicher Vorschlag, um Risiken zu begrenzen, aber keine gesetzlich verbindliche Höchstmenge. Nach Angaben des BfR gibt es derzeit keine EU-weit verbindlichen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln.
Auch ein Wert unterhalb einer Sicherheitsobergrenze sagt nicht automatisch, dass du das Präparat brauchst. Umgekehrt ist die Einhaltung der aufgedruckten Tagesportion keine individuelle medizinische Beurteilung, besonders wenn Erkrankungen, Medikamente oder mehrere Präparate eine Rolle spielen.
Hohe Einzeldosen nicht umrechnen
Eine große Dosis, die in größeren Abständen eingenommen wird, ist nicht automatisch mit einer kleineren täglichen Einnahme gleichzusetzen. Das BfR verweist bei Vitamin D auf Studien, in denen bestimmte hohe Dosen in jährlichen oder monatlichen Abständen mit unerwünschten Folgen wie mehr Stürzen oder Knochenbrüchen verbunden waren. Diese Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Einnahmeschemata und lassen sich nicht pauschal auf jede Einnahme in größeren Abständen übertragen.
Rechne eine solche Dosis deshalb nicht einfach auf einen scheinbaren Tageswert herunter und behandle beide Einnahmeformen als austauschbar. Wenn eine hohe oder seltene Dosis medizinisch vorgesehen ist, richte dich nach der ärztlichen Anweisung. Das BfR weist darauf hin, dass höhere Dosen in bestimmten Fällen medizinisch begründet sein können und dann eine Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels erfordern.
Was die Packungsangabe nicht verrät
Die deklarierte Menge ist die Angabe des Herstellers für die empfohlene Portion. Sie ist keine Laboranalyse jeder einzelnen Tablette oder Kapsel. Das BfR berichtet unter Berufung auf das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, dass die angegebenen Mengen bei Nahrungsergänzungsmitteln um bis zu 50 Prozent von den tatsächlichen Mengen abweichen können. Diese Angabe bedeutet weder, dass jedes Produkt so stark abweicht, noch dass du die Etikettmenge pauschal nach oben oder unten korrigieren solltest.
Es liegen keine belastbaren Zahlen aus einer aktuellen, repräsentativen Laborerhebung zu den tatsächlichen Gehalten von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten auf dem deutschen Markt vor. Nutze die Packungsangabe daher zum Vergleich der empfohlenen Portionen, aber behandle sie nicht als Messwert für den Inhalt jeder einzelnen Einheit.
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